22.03.2017

[Pillenfrei] Teil 1: „Dieser Weg wird kein leichter sein“

...ein sehr treffendes Zitat aus dem bekannten Xavier Naidoo Song, wie ich denke, wenn ich so auf die letzten Wochen und Monate zurückblicke. Ich habe im Oktober 2016 meine Pille abgesetzt nach 12.5 Jahren. Wie es mir damit aktuell so geht, woher der Entschluss kam und was mein Körper so alles durch gemacht hat und auch jetzt gerade so durchlebt, könnt ihr gerne in den folgenen Zeilen mitlesen☺Da es doch sehr umfangreich ist, werde ich meine Geschichte in mehrere Teile aufteilen und euch immer mal wieder auf dem Laufenden halten. Und da man am Besten immer von Anfang an erzählt, starte ich heute mit meiner Vorgeschichte:

Es fing genau genommen schon Ende 2015 an. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon die letzten 2 Jahre zunehmend Probleme mit meinem Körper und Befinden. Überstarke Kopfschmerzen, schlechte Laune ohne Grund und aus dem Nichts, Unlust in jederlei Hinsicht, Schlafprobleme, Blasenprobleme, ständige Lebensmittelunverträglichkeiten und ein aufgeblähter Bauch, alles von Tag zu Tag mehr und schlimmer, ohne, dass dieses allerdings in Allergietests oder sonstigen Untersuchungen hätte nachgewiesen werden können. Unter körperlichem und seelischem Unwohlsein litt dann zunehmend auch die Libido, die durch die Pille eh schon gedämpft wurde.

Irgendwann Ende 2015 fasste ich nach diversen Besuchen bei Hausärzten, Allergietests und uroligischen Untersuchungen dann einen Entschluss:
Aus eigener Initiative zur Frauenärztin gehen und fragen, ob ich nach nunmehr damals 11.5 Jahren die Pille vielleicht nicht mehr gescheit vertrage? Das war für mich die einzig logische, bleibende Schlussfolgerung. Denn egal was ich sonst in meinem Leben versuchte an Stellschrauben zu drehen, es wurde entweder schlimmer oder zumindest nicht besser. Nur die Pille, die blieb ja immer konstant.
Meine Gynäkologin räumte sofort ein, dass diese Schilderungen sehr danach klingen, dass ich heftige Hormonschwankungen habe. Hormonschwankungen? Die regelt doch die Pille oder? Und das Wort hatte auch die eine Hausärztin in den Mund genommen, allerdings in Hinblick auf meine Schilddrüse, nachdem ich zwei oder drei Mal kurz hintereinander heftig krank war, die dann aber sobald ich wieder fit war nicht weiter im Fokus stand und das Thema auch nie wieder aufgegriffen wurde.
Meine Gynäkologin riet mir dann damals jedenfalls dazu mal zu überdenken, die Pille vielleicht abzusetzen. Es sei kein Garant, aber eine Möglichkeit, dass es mir wieder besser gehen könnte. Auch von anderen Hormonpräparaten wie dem Verhütungsring, Spritze, Hormonspirale und Stäbchenimplantat riet sie mir ab. Der Körper, so sagte sie, sei eben immer im Wandel und mit ihm die Hormone. Manchmal verträgt man das eine oder andere, was jahrelang gut lief, eben nicht mehr.

Die Kupferkette von der ich schon mal gehört hatte und nach der ich fragte konnte sie nicht empfehlen aus Erfahrungswerten, darauf habe ich einfach vertraut. Eine neuartige Kupferspirale, die extra für Frauen, die bisher noch nicht geboren haben geeignet ist, würde sie mir aber legen. Kostet 500 Euro, bleibt aber auch fünf Jahre drin. Die Untersuchung dafür hat sie direkt beim normalen Routinecheck kostenlos mit vorgenommen und es würde soweit alles anatomisch passen. Allerdings hatte ich von Freundinnen gehört, die die Spirale, egal welche, überhaupt nicht vertragen hatten und keine einzige, egal ob mit oder ohne Kindern, hat sie drin behalten für den vorgesehenen Zeitraum. Und außerdem….fünf Jahre? Schon lange, wenn man bereits Ende 20 und in einer langjährigen, festen Partnerschaft ist. Wir hatten zwar nicht vor direkt mit dem Kinderkriegen loszulegen, klar, sonst hätte ich ja nicht nach einer neuen Pille gefragt. Aber irgendwie 5 Jahre warten schien mir auch etwas lang. Dann würde ich ja erst mit Anfang/Mitte 30 überhaupt anfangen an Kinder zu denken...So hab ich mir das eigentlich nicht gedacht. Und für einen kürzeren Zeitraum, nur um sie dann vorzeitig entfernen zu lassen wiederum recht teuer und die Prozedur soll ja auch nicht unbedingt angenehm sein, das Ding zu setzen oder auch wieder zu entfernen. Von der Idee war ich also erstmal nicht sehr angetan.

Ich hatte schon früher ein paar Mal, wegen einzelner starker Symptome, die Pille gewechselt. Immerhin habe ich diese Verhütungsmethode seit meinem 15. Lebensjahr genommen und auch noch nie abgesetzt, im Gegenteil, sogar für Urlaub, Klassenfahrt und Co. die Periode rausgeschoben durch Einnahmeverlängerungen.

Mit der damals aktuellen Pille Ende 2015, Yasmin, war ich schon seit vielen Jahren eigentlich zufrieden. Die längste Einnahmedauer überhaupt. Ich wusste, dass es Berichte zum Thema Lungenembolie, Thrombose etc. gab, die klar gegen das Präparat sprachen. Ich hatte auch die eine oder andere Veränderung an mir gemerkt, leider negativ. Aber gut, dass das Ganze ein Eingriff in meinen Körper ist – so oder so – wusste ich ja und hatte es als Teenie und junge Erwachsene auch billigend in Kauf genommen. Man ist als Teenie wirklich denke ich noch nicht in der Lage, die Langzeitwirkung so zu überblicken und den möglichen Schaden einzuschätzen, wie ich es heutzutage kann und tue. Man kriegt das Rezept und nimmt sie halt. Machen die anderen ja auch, haben auch Generationen vor uns getan: Kopf aus, Mund auf, rein damit.

Gemeinsam hatten jedoch, egal zu welcher ich wechselte, alle Pillen zuvor, dass ich stets an bestimmten Tagen starkes Kopfweh bekam und auch dauerhaft nichtmehr ganz so ausgelassen und fröhlich und motiviert war wie früher. Auch meine Haut hatte sich verändert. Ich war zudem über Jahre hinweg emotional etwas gedämpfter in Sachen Stimmungsbarometer und Enthusiasmus als früher. Manchmal bekam ich das auch gesagt, es fiel mir irgendwann aber auch selber auf. Auch hatte die eine oder andere Pille für einen rasanten oder auch schleichenden Gewichtsanstieg gesorgt. Gesunde Ernährung und Sport? Halfen kaum. Nur gegen das „angefutterte“ Polster. Sagen wir +-10kg konnte ich so beeinflussen. Bei strengster Disziplin ohne jedwede Ausnahmen. Der Rest blieb eh kleben. Da war die Motivation natürlich eher so lala.

Aber ich wollte, obwohl ich die Nebenwirkungsmöglichkeiten in ihren diversen Spektren schon leider kennen lernen musste, es auch Ende 2015 noch ein letztes Mal mit der Pille versuchen. Es war und ist auch heute noch das Verhütungsmittel, dem ich am meisten getraut habe und auch je trauen würde. Man sagt zwar natürliche Verhütung kann richtig angewendet genauso sicher sein, aber dafür muss der Körper auch erstmal wieder im Gleichgewicht sein und man sich auch intensiv mit dem Vorgehen und dem eigenen Körper auseinandersetzen. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, sich selbst gut kennen zu wollen - wars aber, in meiner Teeniezeit zumindest, nicht. Nicht für mich und nicht für andere. Das Bewusstsein für das „Was mache ich da eigentlich tagtäglich?!“ kam erst später.

Meine Ärztin schrieb mir also auf eigenen Wunsch hin Ende 2015 eine letztmögliche Kombination auf, die die Pillenwelt so zu bieten hatte, da alles, was es sonst noch so gäbe, so wäre, wie die bisherigen Pillen. Zwar von anderen Herstellern, aber eben mit der gleichen Hormonkombination. Die neue Pille war also ab Januar 2016 Microgynon.

Ich habe die ersten drei Monate nichts gemerkt. Im April hatten sich dann diverse Punkte wie Lebensmittelverträglichkeit, meine Laune, Schlafprobleme, Verdauungsstörungen und Blähbauch enorm verbessert recht schnell. Fast von heute auf morgen. Verschlechtert hat sich hingegen, und das rasant, mein Körperumfang. Ca. 15 Kilo, so gute 2.5 Kleidergrößen, in zwei Monaten, habe ich zugelegt bei sonst gleichbleibendem Verhalten bzgl. Nahrung, Bewegung etc. Da ich vorher schon kein Federgewicht war, war das schon sehr traurig für mich. Ich war schon immer selbstbewusst, bin es auch weiterhin geblieben, aber es war für mich dennoch demotivierend und ärgerlich es nicht bremsen und steuern zu können. Doch zeitgleich wurden auch noch meine Tage immer schwächer, bis sie zwei oder drei Monate später sogar ganz ausgeblieben sind. Das erste Mal in meinem Leben. Welch ein Schreckmoment!

Da schoss es mir, als ich an diesem lauwarmen Junitag kurz in mich ging, durch den Kopf: „Moment mal… Gewichtszunahme und stetig verschwindende Periode? Hat die neue Pille ihren Zweck nicht erfüllt? BIN ICH ETWA SCHWANGER???"


Fortsetzung folgt...

17.03.2017

Weekend-Vibes

Hoch die Hände, Wochenendeeeee! Naja ok, zumindest fast ;-) Und da das Wetter hoffentlich irgendwann in absehbarer Zeit mal endlich konstant schön, sonnig und warm bleibt, war mir heute danach, ein frühlingshaftes Drink-Rezept zu posten! Ich trinke nun zwar auch nicht regelmäßig, aber ab und an darfs schon mal ein Tröpfchen sein ;-) An dieser Stelle natürlich noch kurz der Hinweis, dass das Rezept Alkohol enthält. Alle Schwangeren, Personen unter 18 und sonstwie gefährdeten Leser schauen bitte einmal kurz weg und hopsen lieber in einen anderen Post - danke!☺

Mein Liebster und seine Jungs (und auch einige derer Freundinnen) fahren, schon solange ich ihn kenne, absolut auf Gin Tonic ab. Diverse Marken sind gern gesehen, es darf auch ruhig ein bisschen mehr kosten...Hauptsache da liegt ne frisch geschnippelte Gurke daneben. Und ich? Ich dachte immer nur Pfui Spinne! Ich mag absolut kein Tonic Water. Also brauchte ich immer ne extra Wurst. Da ich im allgemeinen von Wein aber relativ schnell hinüber bin und auch Kohlensäure nicht so super vertrage, blieb oft nur eins: Cocktails oder Schnaps - meh! -.-

Doch seit einigen Wochen kenne ich den wohl frischesten, leckersten Longdrink, den ich je testen durfte (danke liebe M. ♥). Den gibts bei uns seitdem in zwei Varianten und beide sind pupseinfach!

Man nehme einen Gin der persönlichen Wahl, bei uns ist es meist Bombay Saphire oder Hendricks. Die Flaschen sind allein schon so dekorativ, dass ich die gerne rumstehen habe in unserer kleinen Hausbar ;-) Ansonsten braucht man noch Eiswürfel oder Crushed Ice, Sodawasser (ich nehme hier stilles, weil ich es eben besser vertrage, mit Blubber schmeckt aber nochmal frischer!) und Sirup.

Am schönsten fürs Auge und am spritzigsten für die Zunge sind hier Rose's Lemon Squash oder Voelkel Bio Rhabarber Sirup. Garnieren kann man das ganze natürlich noch mit einer Zitronenscheibe oder Rhabarberstückchen oder auch einem Stengel frischer Minze.

Et voilà, man hat ganz stilsicher einen Hängen für kleines Geld, genießt dabei einen frischen und leckeren Geschmack und das Auge trinkt auch mit. Beste Kombi! In diesem Sinne: Cheers ihr Lieben und genießt euer Wochenende☺


Was trinkt ihr denn so am liebsten? Habt ihr auch irgendeinen Drink, den ihr gar nicht mochtet, neu für euch entdeckt? Oder lehnt ihr vielleicht Alkohol komplett ab? Natürlich dürft ihr mir auch gerne euren alkoholfreien Lieblingsdrink als Rezept in die Kommentare schreiben! ☺

14.03.2017

Desperate Housewife? Nein danke!

Das Szenario: In 1 Stunde kommen die Eltern zum spontanen Kaffeeklatsch. Die Bude sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa, dazu noch gut sichtbar seit einigen Tagen ungeputzt. Der Anschnauzer von Mutti ist da quasi vorprogrammiert, die eigene Scham steigt einem schon beim Gedanken daran rot ins Gesicht, wie man die Wohnung so verlottern lassen konnte...Doch keine Angst, für jedes Problem gibt es auch eine Lösung!

Regel Nr. 1: Nicht in Panik verfallen, das macht ungeschickt und vergesslich!

Regel Nr. 2: Alle Türen schließen von Räumen, die den Besuch eh nichts angehen! Euer Schlafzimmer muss nicht blinken und blitzen, da haben die Gäste eh nichts zu suchen ;-) Das Arbeitszimmer ist für das Kaffeekränzchen auch egal. Tür zu, fertig. Wichtig: Mindestens Bad und Küche und/oder Wohnzimmer (oder sonstiger Aufenthaltsraum) grob reinigen und aufräumen!

Regel Nr. 3: In allen Zimmern schön frisch einmal 10min die Fenster aufreißen, das bringt mehr als auf Kipp! Und wenn es irgendwo enorm stinkt, z. B. wenn gerade erst eine riesen Ladung Fisch und Blumenkohl gekocht wurde: Zündet ein Streichholz an und schüttelt es direkt wieder aus. Ggf. wiederholen. (Der Schwefelgeruch überlagert sämtliche andere Gerüche, da er für unsere Nase „Gefahr“ bedeutet und daher besonders intensiv wahrgenommen wird. Und nach maximal 5min ist der Schwefelgeruch verpufft.) Bitte nicht einfach Raumspray oder eine Duftkerze nutzen, denn die haben nur selten einen überlagernden Effekt, vermischen sich eher mit dem Gestank und das kann ganz böse ekelig sein.

Nun zur eigentlichen Action, Raum für Raum...

Wohnzimmer
Nehmt einen Staublappen, Sauger, ggf. Glasreiniger und maximal 20min Zeit. Räumt alles auf, was irgendwie rumfliegt (bestenfalls direkt an seinen Platz, notfalls legt es zumindest auf einen großen Stapel, den ihr später aufteilt auf die zugehörigen Plätze oder lasst es notgedrungen in einer Box oder Schublade oder im Nebenraum verschwinden). Schüttelt die Sofakissen auf, faltet die Kuscheldecke zusammen, zieht die Vorhänge beiseite. Die ersten 5min sind rum. Geht mit dem Staublappen über alle großen und gut sichtbaren Oberflächen (Tisch, Fernseher, Bücherregal). Details sind gerade sekundär. Weitere 5min sind rum, Halbzeit. Nun schnappt euch den Staubsauger und saugt einmal durch. Auch in den Ecken oder unter den Möbeln, die auf Beinen stehen. So vermeidet ihr, dass auf einmal aus dem Hinterhalt wieder Wollmäuse durch die Gegend wehen. Nun habt ihr noch Zeit Glasflächen zu säubern und den Tisch nochmal feucht abzuwischen, falls nötig. Wenn ihr blitzschnell seid, bleibt sogar noch Zeit um die Blumen zu gießen oder verwelkte Pflanzen wegzuschmeißen.

Bad
Mit dem Staubtuch große, gut sichtbare Flächen abwischen (auch Duschwannenrand usw.). Toilette mit Reiniger und Klobürste säubern. Den Spiegel mit Glasreiniger wischen. Blickdichte Duschtür bzw. Vorhang einfach zuziehen, bei klaren Duschtüren kurz mit Glasreiniger das größte Übel beheben. Waschbecken mit Scheuermilch und Lappen fix zum Glänzen bringen, durchsaugen, fertig in maximal 12min.

Küche
Auch hier alles was rumsteht wegräumen. Geschirr ab in die Maschine (kurz sauberes wegräumen und dreckiges rein räumen geht schneller, als man denkt) oder abwaschen. Das wird vermutlich etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Staub wischen und feucht nachwischen auf allen größeren Flächen (Theke, Tisch, Herd,…). Fronten der Küchenzeile und Fliesenspiegel hinter dem Herd auf grobe Spritzer kontrollieren und wegwischen. Durchsaugen, Tisch feucht abwischen. Auch hier wenn Zeit bleibt noch eventuelle Pflanzen versorgen. Sollte je nach Geschirrbergen in maximal 10 bis 15min zu schaffen sein.

Danach? Kurz durchatmen, ein schönes großes Glas eiskalte Saftschorle trinken. Dann könnt ihr euch selbst herrichten. Ihr solltet dafür noch ca. 15min. übrig lassen: Zähne putzen und die Haare kämmen, ggf. simpel und fix frisieren, das Make-up auflegen oder auffrischen und Deo nachlegen.

Et voila, in unter 60min habt ihr euch selbst und die Wohnung gesellschaftsfähig aufgefrischt, ohne euch zeitlich komplett zu verzetteln! Klar, das ist kein porentief reiner Frühlingsputz, aber schon mal salonfähig, falls sich spontaner Besuch angekündigt hat. Und falls noch ein paar Minuten übrig sind: Nutzt sie zur Vorfreude auf ein schönes Treffen mit euren Lieben!☺


Hattet ihr es schon mal so eine stressige Situation? Oder kann man bei euch 24/7 vom Fußboden essen? Und habt ihr vielleicht noch ein paar weitere Tipps der Kategorie 
„quick and clean“?

10.03.2017

A is for Avocadol♥ver

Eine Avocado ist auf den ersten Blick betrachtet ja erstmal nichts besonders Attraktives. Eine äußerlich dunkelgrüne bis lilaschwarze und dellige Hülle, innerlich grüngelb und matschig. So kennt man die birnenförmige „Fettfrucht“ (ja, das ist tatsächlich ihr deutscher Name :-D). Einige probieren sie gar nicht erst oder mögen sie nicht, andere schwören auf sie. Das kann man keinem verübeln, Geschmäcker sind schließlich verschieden. Ich denke aber bei vielen Testern, die die Avocado absolut nicht mögen, war es einfach ein schlechter erster Eindruck, denn es braucht ein kleines bisschen Know-how bei der Auswahl. Hier ein kleiner Avocado-Guide:

Die Avocado darf weder zu fest, noch zu weich sein und es gibt hier, wie bei Äpfeln, schlichtweg eine Großzahl von Sorten. Ich kaufe am liebsten „Black Sensation Hass“ Avocados, die gibt es in jedem gut sortierten Supermarkt. Die schmeckt mir persönlich essreif am besten. Doch nicht nur die Sorte zählt, sondern eben auch die ausgesuchte Frucht selbst!

Um die richtige Reife zu prüfen, nehme ich die Avocado in die Hand und drücke ganz leicht oben den Stöpsi, wo früher mal der Stiel drin gesteckt hat. Das Fruchtfleisch selbst aber besser nicht drücken, da es sonst matschige, graue Stellen bekommt, die nicht besonders gut schmecken. Wenn der Stöpsi sich gar nicht bewegt oder sogar der Stielansatz noch bombenfest dran sitzt, man sehr drücken müsste, ist sie noch zu fest und wenn er sofort ganz tief theoretisch reinzudrücken ginge (natürlich sollt ihr nicht in der Obstabteilung euren kompletten Finger bis zum Anschlag reinstecken :-D) und schon die Stelle von der Abnabelung dunkel ist, ist sie schon zu weich. Sowohl zu fest als auch zu weich - beides schmeckt fürchterlich!
Lässt die der Stöpsirest sich jedoch mit etwas Druck aber leicht bewegen, ohne gleich komplett nachzugeben oder abzufallen, und ist es darunter, sofern der Stöpsi vielleicht schon ab ist, ca. so grün wie im inneren einer optimalen Avocado, ist sie reif. Dann schmeckt sie super! Also, wie ich finde ^^ Weiche, tastbare Stellen oder sichtbare Dellen sollte sie nicht haben. Avocados sollten auch nie im Kühlschrank lagern, denn das behindert zwar den Reifeprozess, falls man die Zubereitung erst später beabsichtigt, aber nimmt auch sehr viel vom Aroma weg. Besser einfach zum zeitnahen Verzehr direkt essreif kaufen! Der Sticker „essreif“, der so gerne draufklebt, ist übrigens meist keine große Hilfe! Denn entweder wird er schon vor der Präsentation im Laden draufgeklebt, man kann also ne „ganz frisch ausgelegte“ Avocado erwischen, die doch noch etwas zu unreif ist - oder er wird zum Zeitpunkt der perfekten Reife aufgeklebt, das kann aber eben auch schon ein paar Tage her sein zum Einkaufszeitpunkt. Den Sticker also ignorieren am Besten…Er hat keine tatsächliche Aussagekraft, wie ich finde.

Doch ob ihr wirklich einen guten Griff gelandet habt, seht ihr tatsächlich erst zu Hause:
Das Fruchtfleisch ist dann hellgrün bis in der Mitte sogar gelblich. Es ist cremig, dabei noch fest und lässt sich zugegebenermaßen doof schneiden, da es sehr flutschig ist. Aber es gibt extra Avocado-Schneider, so einen habe ich auch. Damit geht es echt gut. Vorsicht, die Klingeln sind ultrascharf. Ich hab mich schon mal böse geschnitten...Am besten mit der scharfen Seite nach unten liegend in der Schublade aufbewahren ;-)

Auf Zimmertemperatur kommt das Aroma übrigens am besten raus. Lässt man die Avocado ohne Zugabe von Säure zu lange angeschnitten, wird sie braun. Das kennt ihr ja sicherlich von Äpfeln und Bananen auch. Macht keinen großen Unterschied, sieht nur nicht so gut aus. Die Schale und der Kern sind übrigens nicht zum Verzehr geeignet.
Sollte sie am Rand kleine, punktuelle graue oder braune Stellen haben, einfach großzügig wegschneiden. Das sind dann Druckstellen vom Transport, der Lagerung oder vom Antatschen durch andere Leute. Sollte sich das jedoch schon weiter ausgebreitet haben, eventuell das Fruchtfleisch sogar grau marmoriert sein wie auf dem letzten Bild der Collage, kann sie muffig, bitter oder ranzig schmecken. Löst sich das Fruchtfleisch schon selbst von der Hülle und ist auch schon sehr bröckelig und wie beschrieben dunkel durchzogen oder hat einige auffällige Matschstellen, ist sie absolut ungenießbar bzw. verdorben!

Sieht die Avocado jedoch noch quietschgrün innerlich aus, so wie auf dem Bild mit dem Avocadoslicer in meiner Collage, ist sie noch unreif. Das Fruchtfleisch ist recht fest und irgendwie "schwammig", etwa so, wie ein roher Champignonstiel von der Konsistenz her. Das lässt sich zwar besser schneiden, nur kriegt man Schale und Kern kaum vom Fruchtfleisch getrennt und geschmacklich ist es auch nicht gut. Es schmeckt meist seifig oder bitter.

Wie bereits angekündigt also gar nicht so einfach, die richtige Avocado zu erwischen! Wenn ihr jedoch eine gute, leckere und reife Avocado (vielleicht mit Hilfe meines Guides ;-) ) erwischt habt, habe ich hier noch ein paar kleine Tipps für euch:

Würzen sollte man am besten IMMER mit Pfeffer und Salz und etwas Säure, ansonsten schmecken noch Knobi, Koriander und Chili dazu sehr gut. Als Säure bevorzuge ich persönlich Limette oder weißen Balsamico-Essig. Das hat mehr Aroma und Spritz als schnöder Zitronensaft. Dunklen Balsamico nehme ich nicht so gern. Schmeckt auch gut, aber nicht ganz so gut wie heller Essig und zudem verfärbt er die Avocado so unansehlich und das Auge isst ja schließlich mit ;-)

In Sachen Zubereitung esse ich gerne den Klassiker: Guacamole. Einfach die reife Avocado mit einer Gabel klein quetschen, gepressten Knobi, Pfeffer, Salz udn Limettensaft dazu. Wer mag kann noch noch Tomatenwürfel (ich lasse sie lieber weg, mag es nicht so gern) oder Schmand dazu rühren. Dazu ein paar Nachos oder ein leckeres, getoastetes Graubrot mit Salzbutter und fertig.
Oder ich quetsch sie einfach pur auf frisches Vollkornbrot (ganz saftiges dunkles und ungetoastetes!) mit ein paar Gewürzen. Super schmeckt sie mir als Fischliebhaber auch unter Räucherlachs oder im Sushi und zu guter Letzt, mache ich auch gerne einen kleinen Salat daraus. Der ist super easy zubereitet und schmeckt eigentlich immer:

Cocktailtomaten, Avocado, wer mag kleine Mozzarellabällchen oder Fetawürfel, grober Dijon Senf, reichlich Haselnussöl, etwas Olivenöl, Pfeffer, Salz und ein Spritzer Limette. Alles gut vermischen, 5min ziehen lassen. Fertig ist ein super leckerer Snack, ein schnelles Büromittagessen oder auch vor-dem-Fernseher-Abendessen. Der Salat hält sich dank der Säure auch eingetuppert gut 1 bis 2 Tage im Kühlschrank, nur die Optik leidet - wie bei jedem Salat - ein wenig. Ich genieße ihn jedoch am liebsten im Sommer abends frisch zubereitet, mit einer eisgekühltenWeißweinschorle, auf unserem Balkon!

Warme Avocado aus dem Ofen oder die Kombi mit Ei, auf die viele schwören, habe ich in sämtlichen Variationen probiert und mag es nicht so gern, obwohl ich Avocados sonst liebe. Es ist und bleibt alles Geschmacksache und wenn ihr sie nicht mögt, ist es ja auch kein Weltuntergang ;-)

Aber vielleicht habt ihr ja nun eine kleine Anleitung, wie man die richtige Avocado findet und seid bei meinem kleinen Salat auf den Geschmack gekommen?

Wenn ihr jedoch Interesse an mehr einfachen und schnellen Avocado-Rezepten habt, hinterlasst mir gerne Kommentare. Dann mache ich dazu nochmal ein Avocado-Rezepte-Special☺

 

09.03.2017

Sich den Spiegel vorhalten

"Unter Spiegelschrift versteht man eine Schrift, die erst bei einer Betrachtung 
durch einen Spiegel in herkömmlicher Weise lesbar ist." 
(Quelle: Wikipedia)

Kennt ihr das? Manchmal hat man ein ganz komisches, abgespaltenes Gefühl von sich selbst. Man möchte sich gerne mal in Gedanken den sprichwörtlichen Spiegel vorhalten. Meist ist das der Fall, wenn Veränderungen anstehen oder stattgefunden haben. Das können ganz grundlegende und tiefschürfende Sachen sein wie zum Beispiel:
Bin ich noch glücklich mit meinem Job? Ist nun der richtige Zeitpunkt, eine Familie zu gründen? Werde ich über den schmerzlichen Verlust einer wichtigen Person hinweg kommen?  
Es können genau so gut aber auch ganz simple Dinge sein:  
Steht mir die neue Haarfarbe? Sollte ich wirklich dieses etwas zu eng gewordene Kleid tragen? Bin das noch ich, mit den knallblau lackierten Nägeln? Welches Hobby könnte zu mir passen?

 
Und genau aus dieser Motivation heraus, sich stetig selbst zu studieren und das Leben im Wandel zu halten, möchte ich euch auf meinem Blog willkommen heißen! 

Ich werde hier mir selbst,  aber vielleicht auch mal meinen Lesern oder gar der Gesellschaft im Großen und Ganzen den Spiegel vorhalten. Mich selbst und meine Umwelt reflektieren. Oder euch einfach widerspiegeln, was so in meinem Leben, in meinem Kleiderschrank, auf meinem Schminktisch und in meiner Küche so los ist.

Ich freu mich drauf! ♥